Knowledge Management & Decision Making

Tagtäglich treffen wir Entscheidungen – beruflich und privat. Manchmal fällt uns das nicht immer leicht. Denn in vielen Fällen können wir nicht absehen, welche Folgen unsere Entscheidung haben wird. Dabei kann gerade von solchen Entscheidungen sehr viel abhängen, unser beruflicher Erfolg, das Wohlergehen unserer Mitmenschen oder unsere persönliche Zufriedenheit. Aus meiner Sicht gibt es kaum etwas Wichtigeres, als die richtige Entscheidung zu treffen. Nur wie gelingt das? Oder gibt es eine Möglichkeit das Risiko zu minimieren, eine folgenschwere Fehlentscheidung zu machen? Das Treffen von Entscheidungen und das Lösen von Problemen zählen zu den Kernaufgaben einer Führungskraft. Damit in der Wirtschaft Entscheidungen getroffen werden können, sind gewöhnlich folgende Schritte erforderlich:

1. Festlegung von Zielen
2. Erkennung von Hindernissen, die dem Erreichen der Ziele entgegenstehen
3. Suche nach Lösungsvarianten
4. Erstellung von Prognosen über die voraussichtlichen Wirkungen der gefundenen Lösungen
5. Treffen von Entscheidungen, d.h. der Wahl der sinnvollsten Lösung
6. Durchsetzung der getroffenen Entscheidung
7. Kontrolle der Zielerreichung

Heutzutage ist der Prozess der Entscheidungsunterstützung sehr komplex geworden. Dies liegt bspw. in der Entwicklung besserer Möglichkeiten, Daten zu speichern sowie unter dank besserer Algorithmen zu analysieren und schließlich bereitzustellen begründet. Doch welche Informationen sind letztendlich für eine Entscheidung erforderlich? Wie können diese Infos möglichst wirtschaftlich gewonnen, ins Unternehmen eingebunden und aufbereitet werden? Welche technische Unterstützung ist eigentlich die richtige? Big Data, Sentiment Analyse, informationsorientierte Unternehmensführung usw. sind neue Begriffe, die vor allem eines zeigen, nämlich die Wichtigkeit der Information. Jedes Unternehmen hat verborgene Schätze im Datenbestand. Diese zu finden und zur richtigen Zeit zu angemessenen Kosten zu beheben, ist eine Wissenschaft mit der sich Wissensmanagement beschäftigt. Eines der Kernziele von Wissensmanagement ist, Informationen zu besitzen, die die Mitbewerber noch nicht haben.
Wissensmanagement schafft eine Verbindung zwischen Individuum, Organisation und Technik mit dem Ziel den unternehmerischen Zweck durch die notwendigen Informationen als Basis für die Entscheidungsprozesse und der technischen Umgebung zu unterstützen.

Letztlich wird Wissensmanagement durch die Informationen im System und deren Nutzung bestimmt. Dies wusste Herr Ackoff bereits im Jahre 1967, als er den Artikel Management Misinformation Systems veröffentlicht hat:

 

„A manager does not have to understand how his information system works, only how to use it.“
Dieses Zitat verdeutlicht, dass die technische Komponente eher zweitrangig ist. Vielmehr muss zunächst das Schaffen einer Wissensmanagementkultur im Unternehmen angestrebt werden. Das Wissensmanagementsystem soll keine zusätzliche Belastung bedeuten, sondern als Basis für die Entscheidungsunterstützung eingesetzt werden. Sind bei der Einführung von Wissensmanagement die methodischen und fachlichen Grundlagen für eine erfolgreiche Entscheidungsunterstützung gelegt, kann im weiteren Schritt die technische Umsetzung sinnvoll geplant und eingeleitet werden.

 

QUELLEN:

  • Ackoff, R. (1967): Management Misinformation Systems, Internetadresse: http://www.kukshinov.com/library/ackoff/articles/1967_management_misinformation_systems.pdf (Stand: 2. Dezember 2012).
  • Baumöl, U. (2008): Change Management in Organistionen, Wiesbaden, Gabler Verlag.
  • Erichsen, J. (2010): Betriebswirtschaftliche Grundlagen, Freiburg, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG.
  • Nöllke, E. (2010): Entscheidungen treffen, schnell, sicher, richtig, 5. Aufl., Haufe-Lexware GmbH & Co. KG.
  • Dern, G. (2009): Management von IT-Architekturen, 3. Aufl., Wiesbaden, Vieweg.
  • Domschke, W.; Drexl, A. (2007): Einführung in die Operations Research, 7. Aufl., Berlin, Springer Fachmedien Verlag.